Blog / Förderung
Förderung für Digitalisierung und KI in Bayern 2026
Welche Förderung für Digitalisierung und KI in Bayern 2026 noch läuft, was ab 50 Mitarbeitenden bleibt und an welchen Fehlern Anträge oft scheitern.

Inhalt
Wer 2026 eine Förderung für Digitalisierung in Bayern sucht, landet fast immer bei zwei Programmen: dem Digitalbonus Bayern, der bis Ende 2027 läuft, und der BAFA-Beratungsförderung, deren Richtlinie am 31. Dezember 2026 endet. Beide haben enge Bedingungen, und der Digitalbonus gilt nur für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Hier steht, was davon für dich realistisch ist und was du dir sparen kannst.
Förderung Digitalisierung Bayern: was 2026 noch läuft
Die Lage ist übersichtlicher geworden, aber nicht großzügiger. Ein kurzer Überblick, Stand Oktober 2026:
- Digitalbonus Bayern: läuft bis Ende 2027, aber nur für kleine Unternehmen.
- BAFA „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“: läuft noch, die Richtlinie gilt bis 31.12.2026. Ob es danach weitergeht, ist bisher nicht veröffentlicht.
- go-digital (Bund): war zuletzt nur bis 2024 verlängert. Plane damit nicht mehr.
- KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung: läuft, ist aber ein Kredit mit Zuschussanteil, kein reiner Zuschuss. Dazu weiter unten mehr.
Wer also noch Präsentationen aus 2023 im Ordner hat, in denen fünf Bundesprogramme nebeneinander stehen: Die meisten davon gibt es nicht mehr.
Digitalbonus Bayern: Standard, Plus und KI‑Projekte
Der Digitalbonus Bayern ist das wichtigste Landesprogramm für kleine Unternehmen. Er fördert zwei Bereiche: Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen sowie IT‑Sicherheit.
Die Eckdaten laut Programmseite:
- Digitalbonus Standard: bis 7.500 € Zuschuss, einmal pro Förderbereich.
- Digitalbonus Plus: bis 30.000 € Zuschuss für Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt, einmal insgesamt.
- Förderquote: bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben.
- Mindestgröße des Vorhabens: Maßnahmen unter 4.000 € sind nicht förderfähig.
- Laufzeit: Anträge bis 31.12.2027.
Für KI ist das Programm interessanter, als viele denken. Ausdrücklich genannt sind Robotik, Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und Simulation. Beim Digitalbonus Plus sind KI und intelligente Datenanalyse sogar einer der Schwerpunkte. Wer also eine KI‑Lösung für Angebotskalkulation, Qualitätsprüfung oder Dokumentenverarbeitung einführen will, liegt thematisch richtig.
Nicht gefördert werden Standard-Software, Standard-Webseiten und -Shops, Online-Marketing von der Stange, Geräte und Maschinen (außer Roboter-Hardware), Personal- und Eigenkosten, Leasing sowie Ersatzbeschaffungen. Eine neue Lizenz für ein gängiges Office-Paket ist also kein Digitalbonus-Projekt.
Beratung und Schulung sind förderfähig, aber nur gekoppelt an die Einführung einer Lösung. Reine Strategieberatung ohne Umsetzung fällt heraus. Der Beratungsanteil darf bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben ausmachen.
Zwei praktische Punkte, die oft übersehen werden. Erstens: Der Antrag läuft ausschließlich über das ELSTER-Unternehmenskonto des antragstellenden Unternehmens, Bescheide kommen digital dorthin. Zweitens: Es gibt ein festes monatliches Kontingent. Für Oktober 2026 ist es bereits ausgeschöpft, neue Anträge sind laut Antragsseite ab Montag, 2. November 2026, 10 Uhr möglich. Wer zum Monatsanfang nicht bereit ist, wartet einen Monat.
Auch nach der Bewilligung ist noch Arbeit zu tun. Der Zuschuss ist eine De-minimis-Beihilfe, das heißt, er zählt auf die Obergrenze für Kleinbeihilfen deines Unternehmens an. Ausgezahlt wird erst nach einem Auszahlungsantrag. Bei Bewilligungen ab dem 1. November 2025 reicht dafür grundsätzlich eine Projektmitteilung. Bei einem Zuschuss über 10.000 € oder bei einer Stichprobe brauchst du zusätzlich einen Verwendungsnachweis. Heb also Rechnungen, Angebote und eine kurze Projektbeschreibung von Anfang an geordnet auf.
BAFA-Beratungsförderung: endet sie 2026?
Die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen für KMU bezuschusst externe Unternehmensberatung. Digitalisierung kann dabei Thema sein, solange es nicht überwiegend um Fördermittel geht.
Die Konditionen für Bayern laut IHK Nürnberg:
- Bemessungsgrundlage höchstens 3.500 € Beratungskosten.
- Davon 50 % Zuschuss, also maximal 1.750 € pro Beratung.
- Höchstens zwei Beratungen pro Jahr und fünf während der gesamten Laufzeit.
- Antragsberechtigt sind KMU der gewerblichen Wirtschaft und der Freien Berufe.
Die Bedingungen sind streng. Du stellst den Antrag online beim BAFA, bevor die Beratung beginnt. Schon der unterschriebene Beratungsvertrag zählt als Beginn, rückwirkend gibt es nichts. Gefördert werden nur Beraterinnen und Berater, die für das Programm beim BAFA registriert sind. Das musst du als Unternehmen selbst prüfen. Beratungen, die sich überwiegend um Fördermittel drehen, sind ausgeschlossen.
Und dann die Frist: Die Richtlinie gilt bis 31. Dezember 2026. Eine Verlängerung oder Nachfolge ist derzeit nicht veröffentlicht. Wer jetzt noch einen Antrag stellen will, sollte vorher klären, ob Beratung und Nachweis im verbleibenden Zeitraum überhaupt sauber unterzubringen sind.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin derzeit nicht als Berater für dieses Programm registriert. Eine Beratung bei mir ist über die BAFA-Förderung also nicht bezuschussbar. Wenn dir der Zuschuss wichtig ist, sage ich dir das lieber vorher.
Was für Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden bleibt
Hier wird es ehrlich gesagt dünn. Der Digitalbonus ist auf Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und höchstens 10 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme begrenzt. Freie Berufe sind ganz ausgeschlossen. Ein Maschinenbauer mit 120 Leuten in Oberfranken fällt damit heraus, egal wie gut das Projekt ist.
Was bleibt, ist im Kern dies:
- KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung: Der Kredit steht auch größeren Mittelständlern bis 500 Mio. € Gruppenumsatz offen. In den Stufen „LevelUp“ und „HighEnd“ gibt es einen Zuschuss von 3 % bzw. 5 % auf den ausgezahlten Kreditbetrag, höchstens 200.000 €. KI ist in der höchsten Stufe ausdrücklich genannt. Beantragt wird über die Hausbank, und zwar vor Projektbeginn.
- BAFA-Beratungsförderung: gilt für KMU nach EU‑Definition, also bis 249 Beschäftigte. Für Unternehmen zwischen 50 und 249 Mitarbeitenden ist sie damit eine der wenigen Zuschussoptionen, allerdings nur noch bis Jahresende und mit kleinem Betrag.
- Forschungszulage: Wenn dein KI‑Vorhaben echte Forschung und Entwicklung ist, also technisches Neuland und nicht die Einführung eines fertigen Produkts, lohnt ein Blick auf die Forschungszulage. Sie steht Unternehmen jeder Größe offen. Die Hürde ist die inhaltliche Prüfung durch die Bescheinigungsstelle.
Meine Haltung dazu: Ab 50 Mitarbeitenden sollte Förderung nie der Grund für ein Digitalisierungsprojekt sein. Ein Kredit mit 3 % Zuschuss verändert die Wirtschaftlichkeit eines Vorhabens selten grundlegend. Wenn das Projekt ohne Förderung nicht trägt, trägt es mit Förderung meist auch nicht. Wie du Vorhaben vorher sauber priorisierst, steht im Beitrag zur Digitalstrategie im Mittelstand und zur KI‑Strategie.
Anlaufstellen in Oberfranken
Für Unternehmen aus Bayreuth, Bamberg, Hof, Coburg oder Kulmbach gibt es kurze Wege.
- Regierung von Oberfranken, Team Digitalbonus: zuständig für Digitalbonus-Anträge aus Oberfranken, Ludwigstraße 20 in Bayreuth. Vor dem Antrag kannst du dort telefonisch oder per Mail nachfragen, ob dein Vorhaben passt. Kontaktdaten stehen auf der Kontaktseite des Digitalbonus.
- IHK für Oberfranken Bayreuth: Der Bereich Digitalisierung und IT bietet Veranstaltungen, Hinweise zu IT‑Sicherheit und KI und unterstützt laut eigener Förderprogramm-Seite bei der Antragstellung für den Digitalbonus. Dort sind auch der Innovationsgutschein Bayern und das Programm KI‑Transfer Plus aufgeführt.
- Mittelstand-Digital: Das Netzwerk Mittelstand-Digital des Bundes bietet über regionale Zentren Workshops und Praxisbeispiele, auch zu KI. Welches Zentrum aktuell für Oberfranken zuständig ist, fragst du am schnellsten bei der IHK nach.
Antrag: typische Fehler
Die meisten Förderanträge scheitern nicht am Projekt, sondern an Formalien. Die häufigsten Stolpersteine:
- Zu früh angefangen. Beim Digitalbonus darfst du erst nach der Eingangsbestätigung beginnen, auf eigenes Risiko. Ein schon erteilter Auftrag, auch mündlich, macht die Maßnahme förderunfähig. Beim BAFA gilt der unterschriebene Beratungsvertrag als Beginn.
- Kein ELSTER-Unternehmenskonto. Ohne das Konto des antragstellenden Unternehmens geht beim Digitalbonus nichts. Die Einrichtung dauert, also früh anlegen.
- Standardlösung als Innovation verkauft. Standard-Software und Standard-Webseiten sind ausgeschlossen. Beschreibe konkret, was an deinem Vorhaben über das Übliche hinausgeht und welchen Prozess es verändert.
- Beratung ohne Umsetzung. Beim Digitalbonus ist Beratung nur zusammen mit der Einführung einer Lösung förderfähig.
- Größe falsch berechnet. Maßgeblich ist beim Digitalbonus das Jahr des letzten Jahresabschlusses, gezählt wird nur das antragstellende Unternehmen. Verbundene Unternehmen spielen erst bei der De-minimis-Erklärung eine Rolle. Im Zweifel vorher bei der Bezirksregierung nachfragen.
- Kontingent verpasst. Wer den Antrag nicht zum Monatsanfang fertig hat, wartet beim Digitalbonus womöglich einen Monat.
Dieser Überblick ersetzt keine Förderberatung. Stand ist Oktober 2026. Konditionen ändern sich, verbindlich sind die Richtlinien und die Auskunft der Förderstellen.
Häufige Fragen
Gibt es den Digitalbonus Bayern 2026 noch?
Ja. Anträge sind bis 31.12.2027 möglich. Es gibt ein monatliches Kontingent, ist es ausgeschöpft, geht es im Folgemonat weiter.
Wird KI über den Digitalbonus Bayern gefördert?
Ja. Künstliche Intelligenz, Robotik und digitale Zwillinge sind ausdrücklich förderfähig. Beim Digitalbonus Plus mit bis zu 30.000 € Zuschuss ist KI einer der Schwerpunkte.
Läuft die BAFA-Beratungsförderung 2027 weiter?
Die aktuelle Richtlinie gilt bis 31.12.2026. Eine Verlängerung ist bisher nicht veröffentlicht. Prüfe den Stand direkt beim BAFA, bevor du planst.
Welche Förderung gibt es für Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden?
Den Digitalbonus nicht. Infrage kommen vor allem der KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung mit Zuschussanteil, bis Jahresende die BAFA-Beratungsförderung für KMU und bei echter Forschung die Forschungszulage.
Wenn du vor einem Digitalisierungs- oder KI‑Vorhaben stehst und erst einmal klären willst, was davon sinnvoll ist, mit oder ohne Förderung: Lass uns sprechen. Ich frage nach, ordne ein und sage dir, wenn sich ein Projekt nicht lohnt. Erstgespräch vereinbaren

Geschrieben von
Moritz Grellner
Strategieberatung für Digitalisierung & KI · Designstudio. Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten an der Seite von Geschäftsführungen, zwischen Zahlen, Prozessen und Gestaltung.
Mehr über mich→Weiterlesen

KI · 9 Min
AI Act nach dem KI‑Omnibus: Was der Mittelstand tun muss
Was der KI-Omnibus am AI Act geändert hat, welche Fristen bis 2028 gelten und was Art. 4 und Art. 50 heute für dein Unternehmen im Mittelstand bedeuten.

KI · 8 Min
KI‑Strategie im Mittelstand: 6 Schritte für die GF
Wo der Mittelstand 2026 bei KI steht, wie du Use Cases nach Wert priorisierst und was die Geschäftsführung für ihre KI-Strategie entscheiden muss.